Taucht symbolisch in ihre eigenen Kunstwerke ein: Jessika Cardinahl Taucht symbolisch in ihre eigenen Kunstwerke ein: Jessika Cardinahl Foto: Cardinahl

Malerin & Film-Star Jessika Cardinahl: „Polarbär“ Quentin ist mein Fels in der Brandung

Jessika Cardinahl spielte in zwei „Otto“-Kino-Filmen die weibliche Hauptrolle. Heute ist sie eine sehr erfolgfreiche Malerin und Bildhauerin. Mit ihren drei Kindern und ihrem Lebensgefährten Quentin Parker lebt die gebürtige Hamburgerin in Kalifornien (USA).

Aus unserer Oktober-Print-Ausgabe - Das Leben von Jessika Cardinahl (51) würde jede Menge Stoff für ein Hollywood-Drehbuch hergeben. Mit 16 Jahren stand die heute erfolgreiche Malerin und Bildhauerin als Model auf dem Laufsteg. Als Comedy-Star Otto Waalkes 1985 eine weibliche Hauptdarstellerin für seinen Kino-Film „Otto – Der Film“ suchte, nahm die schöne Hamburgerin am Casting teil. Und sie bekam die Rolle, obwohl sie eigentlich gedacht hatte, bei dem Job ginge es um ein Fotoshooting für den Otto-Versand. Sieben Jahre später stand Jessika Cardinahl erneut mit dem „Spaßmacher der Nation“ vor der Kamera. Diesmal für „Otto – der Liebesfilm“. Auch in Amerika hatte die Schauspielerin „aus Versehen“ Erfolg, spielte in Filmen wie „Independence Day“ oder „Die Affäre der Sunny B.“ mit.

Sie lebte mit ihrem Ehemann Al Corley, Star in der US-Serie „Denver-Clan“, zunächst in New York. Beide betrieben dort ein Restaurant. Schließlich zog das berühmte Paar nach Los Angeles. Jessika und Al bekamen drei Kinder: Ruby, Sophie und Clyde. Sophie leidet am Wolf-Hirschhorn-Syndrom und ist schwerbehindert. Doch Jessika Cardinahl, die liebevolle Mutter, ging immer offen damit um. Vom Denver-Star Al Corley ist sie schon lange geschieden. Seit fast 14 Jahren liebt sie den Architekten Quentin Parker (62). Gemeinsam wohnen sie in Santa Barbara. Die Schauspielerei läuft derzeit auf Sparflamme, dafür ist Jessika Cardinahl als Malerin und Bildhauerin um so erfolgreicher.

Werke von ihr hängen in Los Angeles (z.B. im Children’s Hospital), in New York, München, Hamburg oder auch Berlin. Ihre bevorzugten Motive sind Tiere. „Meine deutschen Wurzeln kann man allein daran erkennen, dass ich immer wieder Figuren der Gebrüder Grimm in meinen Bildern verarbeite,“ sagte sie einmal. Peter Pionke unterhielt sich mit der begnadeten Künstlerin.

DS: Die Tierwelt ist riesig. Was fasziniert Sie so sehr an den Tieren?

Jessika Cardinahl: „Die Natur ist für mich ein wahrhaftiges Geschenk. Sie bietet mit Wasser, Erde, Feuer und Luft die selbstlose Balance zum Leben. Ich liebe die Natur, die Tiere, alle Lebewesen und die Pflanzen.“

DS: Muss man eigentlich Tierfreund sein, um Tiere so ausdrucksstark malen zu können?

Jessika Cardinal: „Da ich die Tiere über alles liebe und ihnen gegenüber ein magisch-mystisches Lebensgefühl empfinde, kann ich diese Frage nur aus meiner persönlichen Sicht beantworten. Die kraftvolle Schönheit der Tiere, ihre Hörner, Hufe, Flügel und deren Symbolik inspiriert mich in meiner Kunst jeden Tag aufs Neue. Ich gehe oft in den Eulenwald und spüre die Welt der Tier-Symbolik.“

DS: Auf Fotos, die Sie und Quentin zeigen, vermitteln Sie den Eindruck, sehr glücklich miteinander zu sein. Wie würden Sie dieses Glück beschreiben?

Jessika Cardinahl: „Die Stärke unserer Beziehung basiert auf Liebe, Erfahrung und Engagement. Durch unser miteinander geteiltes Leben werden wir stark.“

DS: Quentin hat auch ein sehr inniges Verhältnis zu Ihrer Tochter Sophie. Wie wichtig ist es für Sie, dass er Sophie so sehr ins Herz geschlossen hat?

Jessika Cardinahl: „Es ist sicherlich nicht einfach, eine Beziehung einzugehen mit einem Partner, der emotional sehr mit meinem behinderten Kind verwurzelt ist. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Zusammenhalt macht stark.“

DS: Sie gehen mit der Behinderung Ihrer Tochter sehr souverän und offen um. Was verleiht Ihnen die Stärke?

Jessika Cardinal: „Sophie ist schwerbehindert, aber nicht krank. Wäre sie krank, müsste ich Angst um sie haben.“

DS: Quentin macht den Eindruck eines hemdsärmeligen, total verlässlichen Typen, der mit beiden Beinen fest im Leben steht. Gibt er Ihnen den nötigen Halt?

Jessika Cardinahl: „Quentins Lieblingstier ist der Polarbär. Und er ist mein Polarbär. Eigensinnig, hochbegabt und wirklich der Fels in meiner Lebensbrandung.“

DS: Sie haben einmal in einem Interview mit dem Magazin „DIE BUNTE“ gesagt, „Otto hätte mich damals rumkriegen können...“ Welche Reize hatte er denn so zu bieten?

Jessika Cardinal (lacht): „Ottos Reize? Natürlich sein Humor. Hinter den Kulissen ist er aber ernsthaft. Er hat einen scharfen Intellekt und ist sehr sensibel.“

DS: Die bekannte deutsche TV-Moderatorin Andrea Ballschuh hat vor vielen Jahren als Au-pair-Mädchen bei Ihnen und Al Corley in LA gearbeitet. Haben Sie heute noch Kontakt?

Jessika Cardinahl: „Andrea Ballschuh war damals eine zauberhafte junge Frau. Und heute ist sie ein toller Mensch mit Familie und Karriere. Ich darf mich glücklich schätzen, dass Andrea eines meiner Bilder besitzt und ich dadurch das Gefühl habe, bei ihr zu sein.“

DS: Als Malerin haben Sie in der Kunstszene mittlerweile weltweit einen Namen, gibt es auch Ambitionen, noch einmal vor die TV-Kamera zu treten. Falls ja, in welcher Rolle?

Jessika Cardinahl: „Meine Liebe zum Schauspiel und Entertainment ist trotz der Leidenschaft für die Malerei nach wie vor vorhanden. Ich sehe mich als Kommissarin im Norden Deutschlands ermitteln. Eine germanische Agatha Christie im stürmischen Nordseeklima, die natürlich auch ein eigenes Atelier besitzt.“

DS: Vielen Dank für das offene Gespräch

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