Der Vorwerk-Teeautomat Temial Der Vorwerk-Teeautomat Temial Foto: Vorwerk

Vorwerk will die Welt des Tees erobern

Vorwerk möchte jetzt die Welt des Tees erobern. Der Teeautomat Temial kommt demnächst auf den Markt. Eine neue Vorwerk-Erfolgsgeschichte made in Wuppertal?

Aus unserer Juli-Print-Ausgabe - Wuppertal, 12.07.2018 - Vorwerk will die Welt des Tees erobern und die Tradition der Teezubereitung in die Moderne bringe. Die Firma hinter dem „Thermomix“ bringt im Sommer den Teeautomaten „Temial“ auf den Markt. Er soll 599 Euro kosten.

Ein Preis, der auf einem überschaubaren Teeautomaten-Markt unter dem von Odessa III (Samowar für 700 €), aber deutlich über dem von Teekanne (Tealounge 100 €) und Rommelsbacher (TA 100 für 90 €) liegen wird. Ein traditioneller Tee-Aufguss perfekt ausgeführt von einer Maschine – das verspricht Vorwerk mit dem neuen Temial.

Optisch erinnert das Gerät stark an den beliebten Thermomix. Temial kommt mit eigenen Teesorten, die per QR-Code vom Gerät erfasst und dann optimal gebrüht werden sollen. Die speziellen Temial-Tees können auch bei Vorwerk erworben werden. Je nach Sorte kostet ein Paket zwischen 6 und 12 Euro.

Tee ist eines der beliebtesten Getränke der Welt. Vorwerk will bei der Zubereitung einen neuen Weg gehen. Während Mitbewerber Teekanne mit Tealounge derzeit versucht, das Erfolgsrezept von Nestle mit Nespresso für den Kaffee jetzt mit Teekapseln zu wiederholen und damit gar keine ambitionierten Teetrinker ansprechen will, sondern vielmehr eben die Teetrinker, die gerne Tee trinken, sich aber mit dem ganzen Drumherum schwer tun.

Temial ist mit vier „Tea Expert Programmen“ ausgestattet, die für die unterschiedlichen Teearten die spezielle Aufbrühdauer, Temperatur und das richtige Durchflussintervall gewährleisten.

Rommelsbachers TA 1200 ähnelt da eher einem Kaffeeautomaten, der Teetrinkern die Arbeit abnimmt und nach der Ziehzeit die Teeblätter vom fertigen Getränk trennt. Odessa III schließlich ist aus Metall gefertigt, seine Konstruktion basiert auf original russischer Tradition. Das Produkt fasst zudem 3 Liter Wasser im Kochbehälter sowie noch einmal 0,75 Liter fertigen Tee in der ebenfalls aus Metall gefertigten Kanne.

Vorwerk präsentiert mit Temial ein Teesystem, das Tee nach den Ansprüchen bekennender Tee-Enthusiasten brühen soll. Der Clou: Temial setzt nicht auf fertige Pads oder Beutel sondern auf losen Tee in Bio-Qualität. Dieser kommt mit einem scanbaren Code daher, der dann – einmal vom Gerät gelesen – für die optimalen Brühbedingungen der jeweiligen Teesorte sorgen soll.

Das Unternehmen betont, dass man bei all der Technik die Wertschätzung der jahrtausendealten Teekultur nicht ignorieren wolle. Man verstehe Temial eher als moderne Neuinterpretation einer authentischen Teekultur. Deshalb lassen sich auch alle anderen losen Teesorten im Temial aufbrühen.

An Kritik, nicht nur des Preises wegen, fehlte es indessen nicht. Ein Mitbewerber lästerte: „So ein Gerät braucht nicht einmal die Queen.“ Aus der Teetrinker-Region Ostfriesland kommt die Aussage: "Geht gar nicht, wo bleibt da die Gemütlichkeit, wenn alles digitalisiert und optimiert ist?"

Eine Kundin, die das neue Gerät im neuen Vorwerk-Center am Döppersberg unter die Lupe nahm, war dagegen beeindruckt: „Die Handhabung ist einfach und plausibel. Mir gefällt auch das Design. Und was den Preis angeht, für einen guten Kaffeeautomaten bezahlt man um die 1.000 Euro.“

Man darf gespannt sein, ob die Vollautomaten am Ende die geliebte Teekanne der Oma ablösen können und ob es Vorwerk gelingt, damit eine neue Erfolgsgeschichte zu schreiben. 

Text: Siegfried Jähne

 

Hofaue 75 | 42103 Wuppertal
| 0202 75 89 03-30
| Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!