Schulverweis wegen Kopftuch © Jasmin Merdan/fotolia.com

Schulverweis wegen Kopftuch

Die Schulleiterin der St. Laurentiusschule in Wuppertal hat einer muslimischen Schülerin ein Schulverbot erteilt hat, weil sie ihr Kopftuch nicht ablegen will. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) reagiert darauf mit völligem Unverständnis.

Die GEW teilt zu dem Vorfall mit: "Erstaunlich ist das Vorgehen dieser öffentlichen katholischen Schule auch deshalb, weil nur noch gut ein Drittel ihrer Schülerschaft katholisch ist. Nur durch die Aufnahme nichtkatholischer Schüler konnte sie bisher ihre Existenz sichern. Unabhängig davon, dass es dafür offensichtlich keine Rechtsgrundlage gibt und die Schule sich damit wenig tolerant zeigt, wird hier auch die völlige Fehlplanung der Wuppertaler Schulentwicklung deutlich.

Der gesamte Wuppertaler Westen mit seinen 250 000 Einwohnern verfügt nur noch über eine katholische Hauptschule, weil alle Gemeinschaftshauptschulen geschlossen wurden. Die Stadt hat damit in Kauf genommen, dass Kinder ohne oder anderer Religionszugehörigkeit nur die Möglichkeit haben, sich an der katholischen Hauptschule anzumelden oder den weiten Weg bis nach Barmen auf sich zu nehmen. Öffentliche Konfessionsschulen im Bereich der Grund- und Hauptschulen sind ein Anachronismus, den sich nur noch NRW und Niedersachsen als einzige Bundesländer leisten.

Es wäre sicher ein pädagogisch und gesellschaftspolitisch kluger Weg, die katholischen Hauptschulen in Gemeinschaftshauptschulen umzuwandeln, da an diesen Schulen die katholischen Schüler nur eine kleine Minderheit sind. Das würde auch den wichtigen Gedanken des friedlichen Zusammenlebens der Religionen befördern, bei den weltweiten Auseinandersetzungen zurzeit ein Anliegen höchster Priorität."

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