Hans Joachim de Bruyn-Ouboter und Heiko Schnickmann Hans Joachim de Bruyn-Ouboter und Heiko Schnickmann Foto: Manfred Görgens

Ein Verein für Wuppertals Geschichte

Der Bergische Geschichtsverein, Abteilung Wuppertal, schreibt weiter Geschichte. Der langjährige stellvertretende Vorsitzende Hans Joachim de Bruyn-Ouboter hat inzwischen die Nachfolge von Dr. Sigrid Lekebusch angetreten, doch ändern wird sich an der Ausrichtung des Vereins nichts.

Hans Joachim de Bruyn- Ouboter: "Unser erstes Ziel ist und bleibt, den Leuten unsere Forschungsergebnisse zugänglich zu machen." Da sind wir direkt beim Thema: Worum kümmert sich der Verein eigentlich?

Gegründet bereits am 18. Juni 1863, zählt der Verein heute zirka 3200 Mitglieder, davon allein 800 in der Wuppertaler Abteilung, neben der es noch 13 andere gibt.  "Die Arbeit im Verein ist für alle ehrenamtlich. Es geht uns darum, bei der Bevölkerung das Interesse an Bergischer Geschichte zu wecken", erklärt de Bruyn-Ouboter die Motivation. "Die Leute sollen sich fragen: Wo wohnt man eigentlich und was kennt man da, bzw. was kennt man noch nicht?" Denn letztendlich sei alles, was gewachsen ist, auch historisch gewachsen. "Wenn wir es mit unserer Arbeit schaffen, dass die Leute mit offenen Augen durch die Stadt flanieren und den Kopf auch ab und zu mal in den Nacken legen, haben wir schon viel erreicht.“

Mit der Vereinsarbeit richtet sich die Abteilung nicht nur an alteingesessene Wuppertaler, de Bruyn-Ouboter hebt hervor, dass sich auch viele Migranten für die Stadtgeschichte Wuppertals interessieren: "Für viele von ihnen ist Wuppertal nicht irgendeine Stadt, in der sie zufällig gelandet sind, sie interessieren sich sehr stark für das, was es hier gibt."

Durch Kooperationen mit dem Bergischen Ring gelingt es bei vielen Projekten, die Forschungsergebnisse durch Tourismus-Routen bekannt zu machen. So ist beispielsweise geplant, die stillgelegte Bahntrasse von Oberbarmen nach Radevormwald mit historischen Zügen wiederzubeleben. Entlang der Strecke können so neue Ausflugsziele entstehen.

Eine Tourismus-Route für Barmen, die von der Innenstadt bis zur Adlerbrücke und zur Werther Brücke führt, wurde auch schon entworfen. "Der Tourismus ist für uns ein probates Mittel, um junge Leute zu erreichen", sagt de Bruyn.
Die Forschungsliteratur wird übrigens nicht ausschließlich für Erwachsene verfasst, sondern auch für Kinder und Jugendliche. Ein Beispiel hierfür ist das Schulbuch "Erklär mir mal Wuppertal". Die Grundschulkinder lernen durch Text und Illustrationen viel Spannendes über ihre Heimatstadt. Auf ungefähr 200 Seiten können die Kleinen eine Lesereise von der steinzeitlichen "Ur-Wupper" bis hin zum Wuppertal von heute unternehmen.

Text: Christian Stede

Hofaue 75 | 42103 Wuppertal
| 0202 75 89 03-30
| Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!