Der Event-Marketing-Experte & STADTZEITUNGS-Kolumnist Vok Dams in seinem ATELIERHAUS Der Event-Marketing-Experte & STADTZEITUNGS-Kolumnist Vok Dams in seinem ATELIERHAUS Foto: Ralf Silberkuhl

ATELIERHAUS: Künstler, die noch nie ausgestellt haben

Wuppertal - Deine Galerien - Das Vok Dams ATELIERHAUS vertritt seine ganz eigene Philosophie: Wir präsentieren Künstler, die vorher nie öffentlich ausgestellt haben…

Aus unserer Juli-Print-Ausgabe - Wuppertal, 14.07.2018 - In unserer Serie „Wuppertal - Deine Galerien“ stellen der weit über Wuppertal bekannte Maler Christian von Grumbkow und der Foto-Künstler Ralf Silberkuhl die interessante und facettenreiche Galerien-Landschaft in der Talstadt vor. Diesmal waren sie im Vok Dams ATELIERHAUS - Herberts Katernberg 50 - zu Gast und CvG hat sich mit dem Event-Marketing-Experten und Galeristen Vok Dams unterhalten.

CvG: Seit wann befassen Sie sich mit dem Thema Kunst?

Vok Dams: „Ich bin mit der Kunst groß geworden. Das schlug sich in meiner Ausbildung zum Fotografen, in meinem Fotografie-Studium, vor allem aber in meiner Arbeit als Bildjournalist nieder. Hier gab es die direkten Kontakte zu der Kunstszene in Wuppertal. Zu der Galerie Palette mit dem Ring Bildender Künstler, der Galerie Parnass mit den Künstlern der Fluxusbewegung und persönlichen Kontakten zu Künstlern wie Rudolf Schoofs, von dem ich im Austausch mit meinen Fotografien die ersten Originale für meine eigene Sammlung erworben habe.“

CvG: Gab es für Sie ein Schlüssel-Erlebnis?

Vok Dams: „Die 1960er Jahre, in denen ich startete, waren eine spannende Zeit in Wuppertal. Es gab drei Tageszeitungen und jede hatte ihre eigenen Fotografen. Die Ergebnisse eines gemeinsamen Termins standen im direkten Wettbewerb und konnten am nächsten Tag miteinander verglichen werden. Ein sportlicher Wettbewerb unter Kollegen, der durchaus die Kreativität und den Einfallsreichtum förderte. Mit Michael Schmid-Ospach, seinerzeit Leiter des Feuilletons der Westdeutschen Rundschau Wuppertal, wurde dann meine Foto-Serie mit dem Titel „Menschen im Museum“ gestartet, die später als Sonderdruck erschien und im Rahmen einer Ausstellung im Von der Heydt-Museum gezeigt wurde. Eine Initialzündung für weitere Veröffentlichungen und Ausstellungen wie „Optische Imagination“, „Menschen einer Stadt“ oder „Die Götter vom Bild-Schirm“.

CvG: Führen Sie Ihre Galerie hauptberuflich oder nur als Nebenjob?

Vok Dams: „Die Galerie ist mein hauptberuflicher Nebenjob. Will sagen,
ich lebe nicht von den Erlösen, die sich aus der Galerie-Tätigkeit ergeben.
Die Galerie ist eine Plattform für die kommunikative Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Themen. Sie bietet Ausnahme-Künstlern die Möglichkeit sich mit unserer Unterstützung in der Öffentlichkeit zu präsentieren und im Rahmen unseres ATELIERHAUS-Netzwerkes in die Diskussion um Kunst, Kreativität und Kommunikation einzutreten.“

CvG: Was muss man mitbringen, um ein(e) erfolgreiche(r) Galeristin/Galerist zu sein?

Vok Dams: „Die Definition von Erfolg hängt von der Zielsetzung ab. Im klassischen Kunstbetrieb spielt eine klaren Positionierung, beste Branchenkenntnisse, eine internationale Vernetzung sowie Überzeugungskraft und Verkaufstalent eine übergeordnete Rolle. Bei den Ausstellungen in unserem ATELIERHAUS geht es eher um den Zugang zu der Kunst, die Diskussion mit den Künstlern und die Auseinandersetzung mit der Kreativität. Es geht um Neugierde, Glaubwürdigkeit, persönlichen Kontakt und das Erlebnis von Kunst und Kommunikation.“

CvG: Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus, deren Werke Sie ausstellen?

Vok Dams: „Das Konzept des Atelierhauses bevorzugt für seine Ausstellungen Arbeiten von Künstlern, die sich dem klassischen Kunstbetrieb verweigern und über ein außergewöhnliches und umfangreiches Oeuvre verfügen, das bisher noch nicht oder nur wenig in der Öffentlichkeit gezeigt wurde. Im Zusammenhang mit einem ausgewählten und individuellen Kreis von Interessenten bilden sich so neue Kommunikationsebenen und Netzwerke für erweiterte kreative, künstlerische Entwicklungen.“

CvG: Gibt es Kunst, die Sie strikt ablehnen?

Vok Dams: „Kunst lebt von der Provokation und der Auseinandersetzung. Daraus ergibt sich, dass eine generelle Ablehnung wenig sinnvoll ist, wenn man sich unterschiedlichen Kunstformen und künstlerischen Experimenten nähert.“

CvG: Ist es heute leichter oder schwerer, vom Verkauf von Kunstwerken zu leben?

Vok Dams: „Da wir nicht vom Verkauf leben, ist es für uns schwer, diese Frage aus eigener Anschauung zu beantworten. Bekannt ist aber, dass der Kunstmarkt im oberen Segment boomt und die Preise explodieren. Bekannt ist aber auch, dass Galerien im mittleren und unteren Segment vielfach Probleme haben, Käufer zu finden, die, aus einer persönlichen Wertschätzung heraus, Kunst sammeln und kaufen.“

CvG: Wie gehen Sie mit Kunden um, die Kunst lediglich als Einrichtungs-Gegenstand sehen – wie eine Vase oder eine Lampe?

Vok Dams: „Der Zugang zur Kunst ist eines der wesentlichen Themen, mit denen wir uns in unserem ATELIERHAUS beschäftigen. Die Auseinandersetzung zwischen Deko-Elementen und Kunst ist auch ein Lernprozess, den wir aktiv fördern.“

CvG: Wie ist es im digitalen Zeitalter um den Künstler-Nachwuchs bestellt?

Vok Dams: „Ich bin sicher, dass sich aus der Digitalisierung weiterhin neue Techniken, Kunstformen und Kunstwerke ableiten werden. Aktuelle Ansätze zur Diskussion dieses Themas bieten die Ausstellungen aus unserem ATELIERHAUS „DigitalArt“ und „iNotes“.“

CvG: Welche Art von Kunst haben Sie Zuhause an Ihren Wänden hängen?

Vok Dams: „Klassische Moderne bis Pop-Art.“

CvG: Nach welchen Kriterien entscheiden Sie bei Kauf von Kunst für den privaten Bereich?

Vok Dams: „Persönliche Bezüge zu den Werken oder den Künstlern stehen im Vordergrund. Keine kommerziellen Überlegungen.“

CvG: Haben Sie bereits einmal bei der Auswahl eines Künstlers und seiner Werke für eine Ausstellung in Ihrer Galerie völlig danebengelegen?

Vok Dams: „Nein. Gerade die sehr unterschiedlichen Themen, Künstler und Ausstellungen beleben die Diskussion und sorgen für Spannung.“

CvG: Wie überzeugen Sie Ihre Kunden davon, einen großen Bogen um „Fließband-Kunstwerke“ á la Ikea oder anderer Möbelhäuser zu machen und stattdessen entschieden mehr Geld auszugeben?

Vok Dams: „Siehe oben: Der Zugang zur Kunst ist eines unserer Themen. Die Wertschätzung der Kunst ergibt sich aus dem persönlichen Kontakt zu dem Künstler und der Auseinandersetzung mit seinem Werk. Das Erlebnis mit der Kunst führt zur Wertschätzung des Originals.“

CvG: Ist Galerist ein Beruf mit Zukunft oder läuft auch Ihnen das Internet irgendwann den Rang ab?

Vok Dams: „Der Kunstmarkt wird bleiben. Damit behalten auch die Galerien in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen ihre Bedeutung. Das Erlebnis Kunst lebt vom Beziehungs-Marketing. Also auch von persönlichen Kontakten in Galerien, auf Auktionen und auf Kunstmessen.“

CvG: Wie groß ist die Konkurrenz in der Galerie-Szene untereinander?

Vok Dams: „Da wir uns nicht als klassische Galerie positionieren, fehlt uns hier die Vergleichbarkeit. Grundsätzlich aber gilt: Je vielfältiger die Kunst-Szene, umso lebendiger und spannender ist die Auseinandersetzung mit der Kunst und den Künstlern.“

CvG: Vielen Dank für das interessante, informative Gespräch!

www.vokdamsatelierhaus.de

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