Gute Jugendarbeit mit kleinem Geldbeutel Grafik: Benedikt Bergenthal

Gute Jugendarbeit mit kleinem Geldbeutel

Gute Jugendarbeit ist offensichtlich auch mit einem kleinem Geldbeutel möglich. Mit diesem Thema befasst sich Tim Rausch diesmal in seiner WSV-Kolumne.

Aus unserer Juni-Print-Ausgabe - Wuppertal 10.06.2018 - Zwei Internate, eine Gesamtschule, ein Kunstrasenplatz, ein eigener Fahrdienst, der die Spieler von und zum Training shuttled - und das alles im Schatten der Veltins-Arena.

Beim FC Schalke 04 wird vorgemacht, wie man zu den Besten in Sachen Jugendarbeit gehören kann: Mesut Özil, Manuel Neuer, Leroy Sané und Benedikt Höwedes, um nur einige der „Juwelen“ aus der Schalker "Knappenschmiede" zu nennen. All dies ist längst Alltag im Geschäft mit der Jugend: Hohe Summen, grosse Versprechen und zwielichtige Berater gehören mittlerweile mit zum Leben eines jungen Ausnahmetalentes.

Der Wuppertaler SV zeigt, dass dies nicht sein muss und auch ohne den großen Geldbeutel große Erfolge gefeiert werden können. Gekrönt wurde die tolle Jugendarbeit durch den Einzug der U19 in den Junioren DFB-Pokal. Im Finale des Niederrheinpokals bezwang der rot-blaue Nachwuchs unter der Leitung von Pascal Bieler den Junioren-Bundesligisten Rot-Weiß Oberhausen mit 3:1.

Damit sind die Wuppertaler in der kommenden Saison für den Junioren DFB-Pokal qualifiziert und dürfen nächstes Jahr mit 31 weiteren Teams um den Pott spielen.

Der WSV hat nicht umsonst einen guten Ruf, wenn es um die Jugendarbeit geht: “Ich denke, dass der Fokus guter Jugendarbeit auf die  Spieler gerichtet sein muss. Eigene Interessen oder kurzfristige Erfolge dürfen nicht der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen übergeordnet werden“, sagte Jugendtrainer Nino Paland vor der Saison im Interview mit der Stadtzeitung.

Und was sagen die Spieler? Nick Osygus, Rechtsverteidiger der U19, kam vor sieben Jahren vom SSV 07 Sudberg und ist bisher mehr als zufrieden mit den Löwen:" Die Jugendarbeit hier ist hervorragend, ich wurde damals sehr gut in der Mannschaft aufgenommen und für mich ist es eine große Ehre, den WSV zu repräsentieren."

Eine Mannschaft aus Einzelspielern kann natürlich nicht mal eben den Niederrheinpokal gewinnen, das weiß auch Nick Osygus: "Unsere größte Stärke war unser Teamspirit. Für mich ist das hier fast schon eine zweite Familie, jeder hat sich im Training voll reingehauen, um unsere Saisonziele zu erreichen, natürlich haben wir auch sehr gute Einzelspieler in der Mannschaft und nach dem Sieg gegen die U-19 von Borussia Mönchengladbach, war die Motivation einfach so hoch, da mussten wir das Finale unbedingt gewinnen."

Für den DFB-Pokal in der kommenden Saison hat Nick auch noch einen Wunsch:" Man bekommt nicht oft die Chance, gegen solche hochkarätigen Gegner zu spielen, aber wir wollen nicht nur träumen: Auch nächstes Jahr haben wir eine starke Mannschaft und trotz der großen Namen der Gegner, sind wir keineswegs chancenlos.“

Und wer weiß, vielleicht wird ja die Jugendabteilung des WSV der neue "Pokalschreck", das würde sich jeder Fan, und auch Nick Osygus, natürlich wünschen. Ich drücke jedenfalls die Daumen.

Ihr Tim Rausch

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