Die "King Ping"-Produzenten Christoph Schmidt (l.) und Dirk Michael Häger bei einer Pressekonferenz Die "King Ping"-Produzenten Christoph Schmidt (l.) und Dirk Michael Häger bei einer Pressekonferenz Foto Paul Coon

Was macht denn eigentlich "King Ping"-Produzent Dirk Michael Häger?

Mit seiner witzig-skurrilen Kino-Komödie „King Ping – Tippen, Tappen, Tödchen“ stellten Dirk Michael Häger und sein Partner Christoph Schmidt (REX-Film) die Schwebebahn 2013 quasi auf den Kopf. Häger war Drehbuchautor und Creative-Producer des schrägen Leinwand-Krimis, in dem die Stadt Wuppertal und ihre Treppen eine Hauptrolle spielen.

Dirk Michael Häger übernahm in "seinem" Kino-Krimi auch selbst eine Rolle, er spielte den nicht sonderlich intelligenten Assistenten des Kommissars und muss als dieser so manche Backpfeife einstecken. Als Privatmensch hat Dirk Michael Häger da schon mehr Glück. Der engagierte Filmemacher ist inzwischen Vater einer süßen Tochter geworden und zu seiner Lebensgefährtin nach Hannover gezogen. Häger wäre nicht Häger, hätte er dort nicht gleich (mit Spezi Christoph Schmidt) die Rex-Film-Niederlassung Hannover gegründet. Bei Saturn läuft gerade eine Sonder-Verkaufs-Aktion der DVD/Blu-ray des Kinofilms „King Ping“. Grund genug für die STADTZEITUNG einmal nachzufragen „WAS MACHT EIGENTLICH Dirk Michael Häger“?

SZ: „King Ping“ ist immer noch aktuell. Hätten Sie damit gerechnet, dass Ihr erster Kinofilm solange nachhallt?

DMH: „Wenn ich ehrlich bin, ja. Als Produzent hätte ich mir den Nachhall sogar noch größer gewünscht.“

SZ: Wenn Sie Ihren Film heute noch einmal produzieren könnten, was würden Sie anders machen?

DMH: „Hmmhh. Eine kurze Antwort darauf gibt es nicht, wenn man auch kritisch zurückblickt. Aber ein wesentlicher Punkt ist natürlich die Finanzierung: Wir haben einen Film, dessen Budget 1,5 Millionen betrug, mit gerade einmal einem Fünftel, also rund 300.000 Euro produziert und ins Kino gebracht. Für einen Debütfilm ist so ein Wahnsinn erträglich - aber eben nur ein Mal.“

SZ: Sie leben jetzt in Hannover, wie sehr fehlt Ihnen da die Schwebebahn?

DMH: „Eigentlich gar nicht. Mein Geschäftspartner und Mitproduzent von "King Ping" Christoph Schmidt führt weiterhin die REX Film Wuppertal, während ich die Niederlassung in Hannover betreibe. Insofern bin ich sowieso regelmäßig in Wuppertal, was mit dem ICE eh nur zwei Stunden entfernt liegt. Und dann lasse ich die Schwebebahn tatsächlich selten aus, so im Sinne, "Ankommen, aber richtig!".

SZ: Für Ihr Kinofilm-Drehbuch „Ida und Ömer“ bekommen Sie von der „nordmedia“ eine Drehbuchförderung. Die gab es für „King Ping“ von der Filmförderung NRW leider nicht. Fühlen Sie sich so ein wenig wie der Prophet, der im eigenen Land nichts gilt?

DMH: „Nein. Eine Gremiumsentscheidung für oder gegen einen Film ist immer subjektiv. Natürlich tut es weh, aber erstens werden Projekte von großen, etablierten Filmfirmen auch nicht alle gefördert, und zweitens ist es normal, dass man ja mit einem anderen Projekt wieder im Rennen ist.“

SZ: Worum geht es in „Ida und Ömer“?

DMH: „Es ist eine Culture Clash Liebeskomödie. Ida, eine achtzigjährige ehemalige Filmvorführerin, beobachtet aus ihrem Wohnzimmerfenster die Menschen in den Wohnungen gegenüber und spinnt daraus witzige Geschichten. Irgendwann wirft sie ein Auge auf den türkischen Senioren Ömer. Der ist frommer Muslim und leitet das Café der Moschee. Keine geringe Herausforderung für die quirlige ‚Lebefrau‘ Ida, die aber für die Liebe(-sgeschichte) ihres Lebens zu kämpfen beginnt.“

SZ: Wer wird denn Regie führen und wer spielt die Hauptrollen?

DMH: „Das ist einem so frühen Drehbuchstadium noch gar nicht gesetzt.“

SZ: An welchen Projekten arbeiten Sie zurzeit noch?

DMH: „Wir sind gerade dabei, unser Serienprojekt "Böser Wohnen - Die Mörder WG" zu entwickeln. Wie es der Titel vermuten lässt, wird es dort weniger um Liebe als Hiebe gehen... Das Schwarzhumorige, Skurrile aus "King Ping" wird hier in einer Weise konsequent in ein neues Genre weiterentwickelt: ‚Die Killcom‘ - im wahrsten Sinne ein Mordsspaß.“

SZ: Stehen Sie eigentlich noch mit Sierk Radzei, dem Hauptdarsteller aus “King Ping“ in Kontakt?

DMH: „Immer mal wieder, wenn zum Bespiel ein Filmfestival ansteht.“

SZ: Sie sind jetzt nicht nur Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und Schauspieler, sondern auch Familienvater. Inwieweit hat das Kind Ihr Leben verändert?

DMH: „Sehr in der Hinsicht, dass ich eine wirklich extrem süße Tochter habe, die mir jeden Tag beweist, dass mein Beruf, der wirklich eine Berufung ist, zwar wichtig, aber nicht das Wichtigste ist. Klar, das Ausschlafen fehlt. Andererseits, diese Art des Schlafentzugs ist definitiv gesünder als die des filmschaffenden Workaholics. Ergo: Alles gut!“

Das Interview führte Peter Pionke

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