Dr. Sibyl Quinke: Apothekerin und Krimi-Autorin Dr. Sibyl Quinke: Apothekerin und Krimi-Autorin Foto: privat

Tatort Wuppertal: Apothekerin schreibt Krimis über Gift-Morde

Eigentlich ist Sibyl Quinke promovierte Apothekerin. Noch lieber schreibt sie Krimis. Inspiriert wird sie dabei von ihrem Beruf und von der Stadt selbst.

Kugelschreiber mag sie nicht. Deshalb greift Sibyl Quinke beim Schreiben zum Bleistift oder zum Kolbenfüller. Als die gebürtige Freiburgerin anfing zu schreiben, verfasste sie Märchen. Aus diesen wurden Gedichte und schließlich Kurzgeschichten. „Irgendwann hatte ich Lust, auch mal etwas Längeres zu schreiben“, erzählt die aufgeweckte Frau und nippt an ihrem Kaffee.

Gesagt, getan. Zwei Bücher hat sie bereits geschrieben. Zwei Dinge haben sie gemeinsam. Zum einen nutzt Sibyl Quinke, promovierte Apothekerin, ihr pharmakologisches Fachwissen zur Inszenierung des perfekten Mordes. Zum anderen geschehen diese Morde quasi vor unserer Haustür. Der lokale Bezug ist Sibyl Quinke wichtig. „Wuppertal ist auf den ersten Blick keine Schönheit. Doch die Stadt hat mit dem Von der Heydt-Museum, Tony Cragg, Pina Bausch und einer tollen Jazz-Szene einiges zu bieten“, vor allem guten Stoff für Erzählungen.

Orte kann die Wahl-Wuppertalerin detailgetreu beschreiben und den Leser somit auf authentische Erzählweise in die Stadt an der Wupper entführen. „Wenn ich nicht mehr genau weiß, wie die oder die Straße aussieht, in der sich eine Szene abspielt, fahre ich hin und schaue sie mir noch einmal ganz genau an“, erzählt sie. Auf diese Weise hat sie „Tod am Elisenturm“ und „Tod in der Tuchagentur“ geschrieben. Und das gilt auch für ihren diesen Sommer erscheinenden und bislang titellosen dritten Krimi. Wird in diesem auch mit giftigen Substanzen gemordet? - „Nein, diesmal wird jemand erschossen“, verrät Sibyl Quinke vorab. Das Cover des Buches gestaltet aber wieder ihr langjähriger „Computer-Freund“ Guido Gayk, bekannter Wuppertaler Maler, Fotograf und Filmemacher, der auch schon das Cover für „Tod am Elisenturm“ entworfen hat.

Das Schreiben ist für Sibyl Quinke eine Kunstform, mit der sie stets gut umgehen konnte. So etwas wie Schreibblockaden kenne sie gar nicht. „Das Schwierige ist die Entwicklung eines Plots. Doch wenn das Gerüst steht, geht das Schreiben wie von selbst.“ Das merkt man ihren Texten an und verhalf ihr auch zum Gewinn diverser Literaturpreise. Erst im Dezember bekam sie das Krimistipendium „Tatort Töwerland“ zugeschrieben. Zwei Wochen wird sie im September auf der Nordsee-Insel Juist verbringen können. „Da werde ich mich mal richtig verwöhnen lassen und mich voll und ganz auf das Schreiben konzentrieren.“

Noch in diesem Frühjahr erscheint Sibyl Quinkes „Wuppertal-Quiz“-Box mit spannenden Fragen rund um unsere Stadt. Nachdem dann im August ihr dritter Krimi erscheint, gibt es bereits 2017 den vierten sowie einen Reisebericht über die Mongolei. Zurzeit beteiligt sie sich am Projekt „In unserer Mitte – wir erzählen um unser Leben“ des Schauspielhauses im Rahmen der Literatur Biennale Ende Mai. Geschichten von Flüchtlingen werden künstlerisch aufgearbeitet und auf der Bühne inszeniert.

Auch ihre Lesungen inszeniert sie gerne. Dann bringt sie ihren „Cello-Freund“ Max Maxelon mit, der ihre Texte musikalisch untermalt. Ihre nächste Lesung hat Sibyl Quinke am 6. März um 17 Uhr in der KULTURKneipe in Ratingen. Ihr „Cello-Freund“ wird dann auch dabei sein.

Text: Saskia Stiefeling

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