Ein Vierbeiner auf Urlaubsreise Ein Vierbeiner auf Urlaubsreise Foto: senior-pfoten.com

Mit Tieren in den Urlaub fahren

Die schönste Zeit des Jahres naht. Sommer, Sonne und Ferien. Wenn Sie Ihren vierbeinigen Liebling mit in den Urlaub nehmen wollen, gibt es einige Dinge zu beachten. Der Tierarzt Dr. vet. Frank Langewische weiss Rat.

Wuppertal, 24.04.2019 - Grundsätzlich verreisen Katzen nicht gerne. Suchen Sie sich daher nach Möglichkeit eine Person Ihres Vertrauens oder einen Catsitter, der Ihre Katze in ihrer gewohnten Umgebung täglich betreut. Natürlich ist es prinzipiell auch möglich, Katzen mit in den Urlaub zu nehmen. Bei Hunden ist es eher die Regel.

Während Fahrten innerhalb Deutschlands relativ problemlos zu gestalten sind, gilt es, bei Grenzübertritt einige Regeln zu beachten: In der EU gelten seit 29.12.2014 neue Bestimmungen für das Reisen mit Heimtieren: Die Verordnung (EU) Nr. 576/2013 und die entsprechende Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013.

Für Reisen zwischen EU-Mitgliedstaaten und für Nachbarstaaten, deren Tollwut-Status dem der EU entspricht, derzeit Andorra, Färöer, Gibraltar, Grönland, Island, Lichtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino, Schweiz, Staat Vatikanstadt, ist lediglich die vorherige Implantierung eines Transponders (Microchip) oder eine deutlich lesbare Tätowierung, die vor dem 03.06.2011 vorgenommen wurde, eine gültige Tollwut-Impfung und ein ordnungsgemäß ausgefüllter und ausgestellter EU-Heimtier-Ausweis mitzuführen.

Seit dem 29.12.2014 gibt es einen neuen EU-Heimtier-Ausweis, der einige zusätzliche Informationen enthält, und bei dem bestimmten Angaben mit einer selbstklebenden Laminierung (Folie) zu versehen sind, um Fälschungen zu erschweren. Vor diesem Datum ausgestellte (alte) EU-Heimtier-Ausweise behalten aber ihre Gültigkeit! Bei der Wiedereinreise in die EU aus einem Drittland unterscheidet man zwischen Drittländern mit in Bezug auf Tollwut zufrieden stellender Gesundheitslage, derzeit z. B. Vereinigte Arabische Emirate, Argentinien, Australien, USA, und den „anderen“ Drittländern.

Bei den erstgenannten Drittländern reichen ebenfalls die für EU-Länder geltenden Bestimmungen, bei den übrigen Drittländern ist bereits vor Antritt der Reise in einem zugelassenen Labor eine Antikörper-Untersuchung auf Tollwut durchführen zu lassen, welche im Heimtier-Ausweis dokumentiert wird. Weiterhin benötigt man eine bestimmte Tiergesundheits-Bescheinigung vom zuständigen Veterinäramt des Wohnortes. Ihr Tierarzt oder Ihr Veterinäramt werden Sie freundlich beraten. Weitere Infos finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (www.bmel.de).

Auch bei Reisen innerhalb Deutschlands gibt es immer wieder Schwierigkeiten - wenn auch anderer Art. Viele Menschen benutzen bei Reisen - gerade wenn Hunde oder Katzen mitgenommen werden - den PKW. Bitte bedenken Sie unbedingt, dass ein PKW sehr schnell zur tödlichen Falle für Ihren Liebling werden kann. Ihr Auto muss dazu noch nicht einmal in der prallen Sonne stehen!

Bei einer Außentemperatur von 20°C ist bereits nach 60 Minuten eine lebensgefährliche Innentemperatur von 46°C erreicht, bei 30°C Außentemperatur dauert die Entwicklung einer lebensgefährlichen Situation, die bis zum Tode Ihres Schützlings führen kann, nur 30 Minuten, und in der prallen Sonne dauert es nur einige Minuten!

Eine 2 cm geöffnete Fensterscheibe bringt nur wenig Kühlung. Bitte bedenken Sie, dass Ihr Hund vorwiegend Kühlung über Hecheln erreichen kann. Vergleichen Sie sich deshalb nie mit Ihrem Hund! Sollten Sie ein Haustier oder ein Kind in einer solchen misslichen Lage antreffen, zögern Sie nicht, sofort die Polizei zu rufen. Sollte dieses zu lange dauern, schlagen Sie im Zweifelsfall lieber die Scheibe ein. Das Tier oder - schlimmstenfalls - das Kind, wird es Ihnen danken!

Dr. med. vet. Frank Langewische

Hofaue 75 | 42103 Wuppertal
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