TransZent untersucht Entwicklungsprozesse im Tal Foto: Johannes Rothenhagen

TransZent untersucht Entwicklungsprozesse im Tal


Das Transformationszentrum der Bergischen Universität Wuppertal betrachtet Wuppertaler Initiativen unter dem Aspekt des nachhaltigen Wirtschaftens. "Wohstands-Wandel-Wuppertal" - so lautet der Name des neuen Projekts.

Ein Wochenmarkt am Mirker Bahnhof klingt realistisch. Wohnen „für lau" und kostenlose E-Bike-Verteilung an Wuppertaler Haushalte schon weniger. Auch diese Szenarien könnten aber wahr werden. Denn das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat eine Förderzusage von rund 1,1 Millionen Euro für ein Forschungsexperiment erteilt, das sich vor unseren Haustüren abspielt. „Wohlstands-Wandel-Wuppertal" heißt das neue Projekt des Zentrums für Nachhaltigkeit und Transformationsforschung, kurz ‚TransZent'.


Im Oktober 2013 von der Bergischen Universität und dem Wuppertal Institut gegründet, vereint das ‚TransZent' Geistes- und Naturwissenschaften, Sozial- und Ingenieurswissenschaften mit Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung. Ob Klimawandel, Ressourcenverknappung oder Energieversorgung. Die großen Herausforderungen unserer Zeit erfordern innovative Lösungsansätze. Diese sollen vor allem nachhaltig sein, also zukunftsfähig, und zudem den Wohlstand der Menschen fördern.

Ressourcenschonend das Leben verbessern, darum dreht sich das neue Projekt

Aber wie ist es möglich, ressourcenschonend das Leben aller zu verbessern? Um diese zentrale Frage dreht sich das neue Projekt.
Für die Untersuchung des „Wohlstands-Wandel-Wuppertal", werden ausgewählte Orte in der Stadt beobachtet: Der Arrenberg, der Mirker Bahnhof, Wichlinghausen und die gesperrte B7. Miriam Venn, wissenschaftliche Koordinatorin des ‚TransZent', erklärt die Auswahlkriterien. „Am Arrenberg und am Mirker Bahnhof gibt es bereits Aufbruchsstimmung. Hier möchten wir schauen, was noch verbessert werden kann. In Wichlinghausen ist die Veränderung noch nicht so sichtbar wie anderorts. Doch auch hier sehen wir großes Potential. Anhand der B7-Sperrung können wir beobachten, wie sich das Fortbewegungsverhalten der Bürger verändert."


Wuppertal ist ein guter Standort für das Projekt. Die Stadt hat wenig Geld, um aktiv nachhaltige Entwicklungen voranzutreiben. Zudem sieht sie sich mit Problemen wie Wohnungsleerständen und Straßensperrungen konfrontiert. Diesen soll mithilfe des Projekts kreativ begegnet werden, indem sie als Grundlage für Experimente dienen. „So könnte man leerstehende Wohnungen nur zum Nebenkostenbeitrag Studierenden oder Kreativen zu Verfügung stellen. Im Gegenzug könnten diese etwas für das Quartier tun, etwa Hauskonzerte geben oder den Pinsel für Malerarbeiten in die Hand nehmen", so Miriam Venn. Die B7-Sperrung biete die Möglichkeit, das Fahrrad als Fortbewegungsmittel zu fördern. Dazu könnten E-Bikes an Haushalte verteilt werden.


Zur reinen Beobachtung kommen im Forschungsprozess also Eingriffe in bestehende Verhältnisse. Zwischen Wuppertaler Akteuren und den Mitarbeitern des ‚TransZent' soll eine enge Zusammenarbeit entstehen, um gemeinsam zum besseren Leben beizutragen, sei es hinsichtlich der Energieversorgung, der Mobilität oder aber Projekten wie ‚Urban Gardening', der Rückkehr der Gärten in die Städte. Workshops sollen Raum bieten, um neue Ideen zu sammeln und umzusetzen. Ein Wochenmarkt am Mirker Bahnhof ist nur eine von vielen. Die Mitarbeiter des Projekts arbeiten vom ‚TransZent'-Standort im Wicküler Park aus, „werden aber zu den Orten ausschwärmen, um mit den Akteuren in Dialog zu treten", so Venn. Eine hohe Lebensqualität auf nachhaltiger Basis? Mit der Finanzierung dieses einzigartigen Projekts ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung getan.

Mehr Infos: www.transzent.uni-wuppertal.de

Text: Saskia Stiefeling

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