Das ist der Entwurf der Initiative, der auf der ursprünglichen Fassade beruht Das ist der Entwurf der Initiative, der auf der ursprünglichen Fassade beruht Foto: Initiative Baudenkmal Döppersberg

Initiative kämpft Zug um Zug für die ursprüngliche Bahnhofs-Fassade…

Die ‚Initiative Baudenkmal Döppersberg‘ kämpft mit Volldampf weiter. Das hochkarätig besetzte Gremium um den Architekten Prof. Will Baltzer macht sich dafür stark, dass die ursprüngliche Fassade des Hauptbahnhofs wieder hergestellt wird. Ein zentrales Element sind dabei die Rundbogenfenster im Erdgeschoss, die nach dem Abbruch des Bahnhofsvorbaus wieder erkennbar sind.

 

Inzwischen bahnen sich die ersten Teilerfolge an. Zwar liegt der Ratsbeschluss immer noch auf dem Tisch, der eine weniger attraktive Lösung mit eckigen Fenstern vorsieht. Doch die Front der Befürworter der historischen und authentischen Variante mit den Rundbogenfenstern wird immer größer.


Die Deutsche Bahn, Eigentümer der Immobilie, betont ausdrücklich, dass sie sich einer Rekonstruktion der Bahnhofsfassade nach historischem Vorbild nicht verschließen werde. Projektleiter Häußler: „Wir werden die letzten sein, die sich dagegen wehren würden.“ Der Bahn wurde aber – so Häußler - von der Stadt Wuppertal nur eine Variante der Fassadengestaltung vorgelegt. Eben die Version, die entgegen dem Original eckige Fenster vorsieht. Voraussetzung für die Bahn sei – so Häussler - dass die Denkmalbehörde fachlich fundierte Vorgaben zur Realisierung liefere. Sie allein habe die Entscheidungshoheit über die Gestaltung der Fassade.


Doch rennt die Bahn offene Türen ein. Denn Dr. Thiel, Wissenschaftlicher Referent des LVR-Amtes für Denkmalpflege, ließ bereits verlauten, dass gegen eine Rekonstruktion der Bahnhofs-Fassade in Anlehnung an das historische Vorbild nichts einzuwenden sei. Die Untere Denkmalbehörde der Stadt Wuppertal hat bereits am 10.06.2015 dieser Variante ebenfalls zugestimmt.
Hintergrund: Die Stadt Wuppertal hatte in Abstimmung mit der Bahn den Vorbau des Gebäudes vor Jahren abgerissen. Dafür musste sie sich allerdings vertraglich verpflichten, die Fassade im Erdgeschoss auf ihre Kosten wieder neu aufzubauen.


Dirk Fischer, engagiertes Mitglied der ‚Initiative Baudenkmal Döppersberg‘: „Die Bahn hat uns gegenüber klar gemacht, dass sie an einer hochwertigen Wiederherstellung des Gebäudes interessiert sei, nicht zuletzt, weil im Erdgeschoss die Einrichtung einer gehobenen Gastronomie vorgesehen sei. Die Arbeiten an dem Gebäude, also auch an der Fassade, sollen beginnen, wenn 80 Prozent des übrigen Bahnhof fertiggestellt sind, also frühestens 2018/2019. Da die Aufträge zur Fassadensanierung noch gar nicht vergeben sind, hat die Stadt aus unserer Sicht genügend Zeit, die Version mit den Rundbogenfenstern noch einmal zu überdenken, gerade vor dem Hintergrund, dass breite Kreise der Bürgerschaft diese Variante befürworten und deren Ausführung mit Nachdruck fordern!“


In dem Zusammenhang erinnert die ‚Initiative Baudenkmal Döppersberg‘, der neben Prof. Will Baltzer, der die Restaurierung der Historischen Stadthalle eindrucksvoll umsetzte, sein Sohn, Dr. Florian Baltzer, ebenfalls Architekt, Dr. Udo Hindrichs, Mitglied der Bezirksvertretung Elberfeld-West, Prof. Dr. Hermann J. Mahlberg, Begründer und Leiter der Forschungsstelle für Architekturgeschichte, Denkmalpflege und Industriekultur der Bergischen Universität, die Kunsthistorikerin Dr. Hella Nußbaum und Dirk Fischer, im Vorstand des Fördervereins ‚Historische Parkanlagen Wuppertal‘, angehören, noch einmal ausdrücklich an das Zitat von Ex-Bundespräsident Johannes Rau, einem der größten Söhne der Stadt Wuppertal: „Baudenkmäler (...) tragen zur Urbanität und Lebensqualität in unseren Städten bei. (...) In Zeiten einer Flexibilisierung, die viele zu entwurzeln droht, schafft Denkmalpflege Heimat, sie schafft Verbundenheit und Identität. Denkmalpflege öffnet die Augen für das Erbe und das Unverwechselbare unserer Kultur.“


In diesem Sinne hoffen Dirk Fischer und seine Mitstreiter, dass nachdem Bahn und Denkmalschutz positive Signale gesendet haben, auch Wuppertals neuer Oberbürgermeister Andreas Mucke und der Rat der Stadt sich doch noch entschließen, das architektonische Kleinod Hauptbahnhof, das beeindruckende Zeugnis der frühen Eisenbahngeschichte aus der ersten Hälfte 19. Jahrhunderts, weitestgehend in seiner ursprünglichen Form zu rekonstruieren. Johannes Rau würde sicher an der Seite von Dirk Fischer, Prof. Will Baltzer und der ‚Initiative Baudenkmal Döppersberg‘ stehen...
Text: Peter Pionke

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