Haben beide die gleichen Ziele im Blick: Stefan Vollmerhausen (l.) und Manuel Bölstler Haben beide die gleichen Ziele im Blick: Stefan Vollmerhausen (l.) und Manuel Bölstler Foto: Jochen Classen

Mit gezielten Verstärkungen in die neue Saison

Ihre Stärken sind Ruhe und Gelassenheit. Es scheint, als passe zwischen den beiden sportlichen Leitern des WSV kein Blatt Papier. Trainer Stefan Vollmerhausen (44) und der inzwischen in den Vorstand aufgerückte Manuel Bölstler (34) dürften ein Glücksgriff für den Verein sein.

Aus unserer Mai-Print-Ausgabe - Wuppertal, 16.05.2017 - Von Respekt zeugt Bölslers Aussage „Trainer sind für mich so etwas wie Künstler“. Selbst in der heiklen Schlussphase der laufenden Regionalligasaison, als es für den bergischen Aufsteiger erstmals eine Niederlagen-Serie gab, war Analyse und nicht hektisches Treiben angesagt. „Wir haben eine sehr erfolgreiche Saison gespielt“, so das Fazit von Vollmerhausen. Tabellenvierter war man noch Ende März, bevor der für viele unerklärliche Einbruch mit dem Pokal-Aus gegen Rot-Weiss Essen kam. 13.003 Zuschauer hatten das Spiel im Stadion am Zoo live verfolgt. Der Zuschauerschnitt lag in der Saison zuletzt bei 4.279. Allein diese Zahlen eröffnen Perspektiven, die Zuversicht erlauben. Das gesteckte ambitionierte Ziel lautet „dritte Liga bis 2020“. Der Etat wurde aktuell um 250.000 auf 1,7 Millionen € aufgestockt, was den Handlungswillen von Vorstand und Verwaltungsrat unterstreicht.

Die Vorbereitungen auf die nächste Spielzeit konnten dank des für einen Aufsteiger prall gefüllten Punktekontos mit relativer Planungssicherheit bereits früh beginnen. Man weiß, dass die zweite Regionalliga-Saison für den WSV nicht leichter wird, weil das Überraschungsmoment nicht mehr so ausgeprägt sein kann. Die sportliche Leitung beim WSV setzt auf Kontinuität, bindet die Leistungsträger und hält Ausschau nach gezielten Verstärkungen. Drei bis vier Spieler sollen noch unter Vertrag genommen werden, so dass auch der neue Kader 24 bis 26 Spieler haben dürfte. Hierbei könnten sich die guten Kontakte der sportlichen Leitung einmal mehr auszahlen. Manuel Bölstler ist schließlich seit 2012 für die international tätige „Haspel Sportconsulting“ unterwegs, die unter anderen Weltmeister Andre’ Schürrle unter Vertrag hat.

Wenn es nicht das Geld ist, womit kann der WSV in den Vertragsverhandlungen punkten? Manuel Bölstler: „Mit unser Tradition, womit denn sonst? Natürlich auch mit der für die Liga tolle Kulisse und das Stadion“. Aber auch das wieder gute Image und ein professionelles Umfeld spreche für den Verein. „Es ist nicht selbstverständlich, dass die Gehälter wie bei uns pünktlich gezahlt werden, das spricht für uns“, so Bölstler. Man müsse allerdings auch akzeptieren, wenn diese Argumente in den ein oder anderen Fällen nicht ausreichen.

Nicht ohne stolz präsentierten Vollmerhausen und Bölstler in einer Zwischenbilanz die neuen Verträge, wobei insbesondere junge Spieler gebunden wurden. So verlängerte der bosnische U19-Nationalspieler Sandy Husic seinen Vertrag um ein Jahr und auch der Koreanischer Innenverteidiger Juil Kim (19) unterschrieb einen 2-Jahresvertrag für die 1. Mannschaft. Ebenso für ein Jahr erneuerte Mittelfeldspieler Dominik Heinen (19) seinen Kontrakt. Zwei weitere Spieler bleiben bis 2018: Abwehrchef Schmetz (26) und Torhüter Mroß (20) hängen noch zwei Jahre dran.

Ganz besonders viel verspricht man sich von den japanischen Neuzugängen Shun Terada (24) und Ryo Terada (22). Das Brüderpaar kam erst vor einem Jahr nach Deutschland und brachten den Landesligisten Düsseldorfer SCV auf Anhieb an die Tabellenspitze. Die Beobachter sahen von Shun eine unglaubliche Schnelligkeit, 34 Tore und 12 Tor-Vorlagen, aber auch einen ähnlich stark veranlagten Bruder. Der WSV erhielt nicht zuletzt wegen der guten sportlichen Perspektive den Vorzug.

Auch bei der Suche nach Sponsoren war man zuletzt recht erfolgreich. So konnte Bernd Bigge von der Wuppertaler Unternehmensgruppe Hako ebenso gewonnen werden, wie das Unternehmen Unitymedia. „Es geht darum, Vertrauen zu gewinnen“, meinte Bölstler und setzt dabei in enger Zusammenarbeit mit seinem Vorstandskollegen Lothar Stücker auch auf Zeit, denn der ganz große Wurf steht hier vielleicht noch aus. Da könnte vielleicht eine angedachte Zusammenarbeit mit Dirk Kugel (50) und seiner der Agentur cocnito eine Option sein. Kugel ist Marketing- und Vertriebsexperte und war bis 2016 sechs Jahre beim Drittligisten Preußen Münster auf Provisionsbasis für Akquise zuständig.

Text: Siegfried Jähne

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