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Vok Dams Denkanstösse: Europa als Chance...

Europa als Chance, statt Bergisch Pepita! Wuppertal ist eine Stadt der Gegensätze. Hier wurden die Schwebebahn gebaut und das Aspirin erfunden. Hier gibt es Weltmarktführer und Döppersberggegner. Kleingeister und Utopisten.

Aus unserer Mai-Print-Ausgabe - Wuppertal, 08.05.2017 - Von einigen hört man, von anderen weniger. Mangelnde Kommunikationsfähigkeit wird als vornehme Zurückhaltung verbrämt oder mit Überheblichkeit kaschiert. So findet öffentliche Kommunikation und Diskussion vielfach nur statt, wenn es darum geht, Bedenken zu äußern und Widerstand zu organisieren.

Das ist kein typisches Wuppertaler Problem. Wir kennen das von Stuttgart. Riesiger Protest mit Polizeieinsätzen, Straßenschlachten und Verletzten zur Verhinderung des neuen Bahnhofs. Erst eine Volksabstimmung und ein grüner Ministerpräsident zeigten, es geht doch und die Mehrheit ist dafür.

Eine Nummer kleiner kennen wir das auch aus Wuppertal. Das Thema "Neuer Döppersberg" wurde nicht positiv besetzt und nicht ausreichend erläutert. So schaffte man Platz für Bedenkenträger und Nörgler, die sich organisierten, die Meinungshoheit an sich rissen und die öffentliche Diskussion über einen langen Zeitraum beherrschten. Bis, ja bis sich eine Gruppe renommierter Bürger offiziell zu diesem Projekt bekannten, die Zielsetzung kommunizierten und die Diskussion versachlichten. Ein guter Ansatz darüber nachzudenken, ob der "schweigenden Mehrheit" nicht öfter Platz in der öffentlichen Diskussion eingeräumt werden sollte.

Übertragen wir diese Erkenntnisse nun auch auf die politische Ebene, landen wir zwangsläufig bei Pegida, AFD, Brexit, Marine Le Pen und Donald Trump. Holen wir noch etwas weiter aus und erinnern uns an die Machtergreifung der Nazis, die Toten und das Grauen der Kriegs- und Nachkriegszeit, so landen wir zwangsläufig bei Erdogan, Orbán und Kaczyński.

Hieraus lassen sich zwei Erkenntnisse ableiten:
1. Die inszenierte Kommunikation (Meinungsbildung, PR, Propaganda, Rituale, Veranstaltungen) wird bei der schweigenden Mehrheit weit unterschätzt und durch die Autokraten gekonnt missbraucht.

2. Die Europäische Union hat Europa zwar 72 Jahre Frieden gebracht, war aber nicht in der Lage, die "europäische Idee", die gemeinsamen Grundlagen und Ziele dieser Idee, den Bürgern Europas zu vermitteln.

Das Ergebnis:
Die Horrorvision eines Auseinanderbrechens der EU könnte Wirklichkeit werden.

So ist die Aktion "Pulse of Europe" ein Lichtblick in dem dunklen Szenario des politischen Umfeldes. Meldet sich doch hier erstmals die bislang schweigende Mehrheit übergreifend mit einem Bekenntnis zu Europa zu Wort und schafft ein Gegengewicht zu den Massenveranstaltungen der Populisten und Autokraten mit ihren politischen Machtfantasien und Individualinteressen.

Die Bewegung „Pulse of Europe“ hat es geschafft, in ganz Europa Veranstaltungen zu initiieren, die als Bekenntnis zu Europa die Idee der europäischen Union wieder in den Mittelpunkt stellen. Viele Deutsche Städte sind dort vertreten. WUPPERTAL aber sucht man dort vergebens.

Eine Stadt wie WUPPERTAL, die sich weltoffen, modern und zukunftsorientiert geben möchte, darf da eigentlich nicht fehlen. Auch wenn es nicht um den "Neuen Döppersberg" oder die " Schwebebahn 2.0“, die Seilbahn auf die Südhöhen, geht.
Vielleicht ist es uns unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder wert, für Europa auf die Straße zu gehen und „Pulse of Europe“ zu unterstützen.

Wo bleiben die Wuppertaler Aktivisten? Ihre Eltern und Großeltern sind doch früher auch für den Frieden und gegen die Atomkraft auf die Straße gegangen.
Und offensichtlich hat es bisher auch geholfen.

Nutzen wir also auch in Wuppertal Europa als Chance, statt uns in Bergisch Pepita zu verlieren.

Weitere Informationen zu Pulse of Europe: http://pulseofeurope.eu/

Mit den besten Grüßen aus WUPPERTAL,
der Erlebnisstadt* mit der Schwebebahn.

Vok Dams.

* Erlebnis: Pulse of Europe in Wuppertal!

Hofaue 75 | 42103 Wuppertal
| 0202 75 89 03-30
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