Ein typisches Haus in der Christania-Siedlung Ein typisches Haus in der Christania-Siedlung Foto Dahlmann

Mirja Dahlmann auf den Spuren der Wikinger - Folge 1

Stadtzeitungs-Reporterin Mirja Dahlmann bereist mit ihrem Mann vier Wochen lang den hohen Norden. Ihre Erlebnisse und Eindrücke schildern die Wuppertaler in spannenden, informativen Reportagen. Lesen Sie hier Folge 1: "Wikinger, Runensteine und Christania".

Wuppertal, 15.08.2016 - Wer sich für das Leben und Wirken der Wikinger interessiert, entdeckt in Schleswig-Holstein das Wikingermuseum Haithabu, die erste Station unserer Reise. Zwischen dem neunten und dem elften Jahrhundert war die Stadt Haithabu eines der wichtigsten Handelszentren Nordeuropas, was vor allen Dingen der günstigen Lage zwischen Nord- und Ostsee geschuldet ist. Das in Busdorf gelegene Museum zeigt Exponate wie ein altes Wikingerschiff oder Münzen aus dem frühen Mittelalter.

Besonders interessiert uns das seit einem Jahr bestehende Freilichtmuseum, das aus sieben nach archäologischen Grabungen rekonstruierten Häusern und einer Landebrücke besteht. Der Weg dorthin führt vom Museum über den alten Festungswall bis zum Ufer der Schlei, wo sich die kleine Siedlung befindet. Unterwegs entdecken wir Skudde-Schafe und Galloway-Rinder. Die Siedlung lädt zu zahlreichen Aktivitäten ein. So ist es möglich, sich im Bogenschießen zu üben oder den Schmuck der Wikinger selbst herzustellen. Obwohl wir lange verweilen könnten, verlassen wir den Ort, denn wir wollen die dänischen Jelling-Steine besuchen.

Nachdem wir die Grenze bei Flensburg überquert haben, kommen wir nach rund 90 Minuten an den Jelling-Steinen an. Diese gehören zu den Runensteinen, die im nordischen Bereich zwischen dem fünften und dem zwölften Jahrhundert gesetzt wurden, um kleinere oder größere Ereignisse zu dokumentieren. In diesem Fall verkündet der größere Stein die Botschaft, dass König Harald Blauzahn die Dänen zu Christen machte. Das kleinere Denkmal enthält die erste schriftlich Erwähnung Dänemarks.

Die Steine sind Teil eines Gesamtensembles, das 1994 Teil des UNESCO-Welterbes wurde. Neben den zwei Steinen entdeckt der Besucher zwei Hügelgräber und die Markierungen einer großen Schiffssetzung, also einer schiffförmigen Grabstätte, die durch Steine markiert wurde. In direkter Nähe finden wir das Geschichts- und Erlebniszentrum Kongernes Jelling. Der Eintritt zu diesem Museum ist frei. Nachdem wir den sagenhaften Ausblick auf den zwei Hügel genossen haben, verlassen wir den Ort, denn am nächsten Tag wollen wir Christiania in Kopenhagen besuchen.

Nach einer Nacht auf dem Campingplatz in Køge machen wir und erfrischt auf den Weg nach Kopenhagen. Da wir in 30 Tagen viel entdecken wollen, beschränken wir uns auf eine der Hauptattraktionen der Stadt: die alternative Siedlung Christania. Die seit 1971 bestehende alternative Siedlung steht auf einem ehemaligen Militärgebäude.

Die Siedlung wird seitens der Stadt toleriert und als Touristenattraktion geschätzt. Besucher sehen dort kleine Cafés, die hauptsächlich politisch korrekte und biologische Produkte anbieten und haben die Gelegenheit, weiche Drogen auf dem sogenannten „Pusher Market“ zu erwerben. Die erworbenen Produkte in einen anderen Teil der Stadt zu bringen, wird allerdings mit hohen Geldstrafen geahndet. Wir kehren dem faszinierenden Ort den Rücken und fahren über die Öresundbrücke Richtung Schweden.

Text: Mirja Dahlmann

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